Glaubenszeuge im KZ Dachau

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Glaubenszeuge im KZ Dachau
Das Leben und Sterben des Pallottinerpaters Richard Henkes (1900 – 1945)

Das Leben und Sterben des Pallottinerpaters Richard Henkes (1900-1945) wird in dieser Biografie detailliert und aufschlussreich dargestellt. Von der Geburt an wird von den Erlebnissen und Erfahrungen Richard Henkes erzählt, gestützt auf die heutigen Erkenntnisse und Zugänge der Forschung. Die Limburger Jahre ebenso wie die Pallottinischen Jahre bilden zusammen mit den Bekenntnisjahren in Schlesien und im Sudetenland wichtige Schwerpunkte. So konnte auf der Grundlage vieler, bisher nicht bekannter Quellen ein wirklichkeitsnahes Lebensbild von Richard Henkes, dem Märtyrer der Nächstenliebe, gezeichnet werden.

Zusätzliche Information

Größe 15 x 21.5 cm
ISBN

978-3-87614-048-3

Seitenzahl

311

Auflage

3.

Sprache

Deutsch

Erscheinungsdatum

Juli 2014

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P. Manfred Probst SAC

Die 3. geringfügig erweiterte Auflage der Biografie von P. Richard Henkes stammt von P. Manfred Probst SAC und basiert auf den Vorarbeiten von Georg Reitor und P. Ralf Büscher SAC.
Prof. Dr. Manfred Probst SAC, geboren 1939, ist Professor für Liturgiewissenschaft an der Philosophisch-Theologischen Hochschule Vallendar (PTHV) und Postulator der Causa P. Richard Henkes.
Dem Biografen geht es zuerst um gesicherte Fakten und eine nüchterne Deutung der tragenden Überzeugungen dieses mutigen Menschen und Priesters. Dabei ist ein Bild entstanden, das für sich selbst spricht.

Pater Richard Henkes SAC (1900-1945)

2456_henkesbild_von_beate_heinenNach langem Warten und vielen Bemühungen in Rom und in Deutschland hat die Römische Kongregation für die Selig- und Heiligsprechungen  mit Datum vom 13. März 2009 das Bischöfliche Erhebungsverfahren der Limburger Diözese in der Causa P. Richard Henkes als gültig anerkannt. Damit kann nun in Rom der eigentliche Seligsprechungsprozess beginnen. Die Kongregation hat den Namen des Relators benannt, unter dessen Führung die Positio über das Martyrium geschrieben wird.

Richard Henkes wurde am 26. Mai 1900 in Ruppach/Westerwald geboren. Er besuchte das Studienheim der Pallottiner in Vallendar, um Priester zu werden. 1918 wird er kurz zum Kriegsdienst einberufen und macht 1919 das Abitur. Danach trat er bei den Pallottinern in Limburg ein. 1921 legte er die Erste Profess ab, wurde 1925 zum Priester geweiht und war ab 1926 Lehrer in Schönstatt, Alpen und nach einem Jahr Unterbrechung durch eine schwere Lungen-Tbc wieder in Schönstatt. 1931 wurde er als Lehrer nach Katscher in Oberschlesien versetzt und 1937 nach Frankenstein/Schlesien.

Bald wurde die religiöse Auseinandersetzung mit dem Nationalsozialismus seine zweite große Berufung. Dieser vertrat eine unchristliche Weltanschauung, bekämpfte die christlichen Kirchen, tötete behinderte Menschen und versuchte, die Juden brutal auszurotten. In dieser Zeit vertrat P. Henkes mutig die Werte des Christentums in der Schule, in zahlreichen Exerzitienkursen für die Jugend und in seinen Predigten. Bereits 1937 wurde er wegen einer Predigt in seiner Heimat angezeigt; wegen einer angeblichen Verunglimpfung des Führers musste er sich 1937/38 einem Prozess am Sondergericht in Breslau stellen, der auf Grund des Amnestiegesetzes nach dem Anschluss Österreichs an das Deutsche Reich ohne Urteil blieb. Die Oberen nahmen den gefährdeten Mitbruder 1938 aus dem Schuldienst. P. Henkes arbeitete jetzt als Jugendseelsorger, Exerzitienmeister – vor allem in Branitz – und als bekannter Prediger in ganz Oberschlesien, zuletzt als Pfarrvertreter in Strandorf (1941 bis 1943) im Hultschiner Ländchen. Durch diese Tätigkeiten und seine offene Sprache wurde er den staatlichen Machthabern ein Dorn im Auge. Mehrfach wurde er von der Gestapo vorgeladen und verwarnt.

Am 8. April 1943 wurde Richard Henkes wegen einer Predigt in Branitz von der Gestapo in Ratibor/Oberschlesien verhaftet und in das KZ Dachau gebracht. Dort musste er wie alle anderen Zwangsarbeit leisten. Dabei blieb er im Glauben stark, teilte seine Lebensmittelpakete mit vielen anderen und ermutigte seine Mitgefangenen. Im KZ lernte er den späteren Prager Erzbischof und Kardinal Josef Beran kennen und schätzen. Trotz einer geringen Sprachbegabung erlernte er bei ihm die tschechische Sprache, weil er nach dem Krieg als Seelsorger im Osten bleiben wollte. Ab 1944 arbeitete er als Kantinenwirt und heimlicher Seelsorger auf Block 17, wo viele Tschechen untergebracht waren. Er selbst lebte auf dem Priesterblock 26. Ende 1944 brach im KZ Dachau die zweite große Typhusepidemie aus, auch auf Block 17. Im Wissen um die eigene tödliche Bedrohung ließ P. Henkes sich freiwillig bei den Typhuskranken von Block 17 einschließen. Nach ca. acht Wochen infizierte er sich und innerhalb von fünf Tagen raffte ihn der Tod am 22. Februar 1945 dahin.

Die deutschen Pallottiner sehen in P. Richard Henkes einen mutigen Kämpfer und Zeugen für den christlichen Glauben und einen Märtyrer der Nächstenliebe. Sie hegen zusammen mit den tschechischen Bischöfen die Hoffnung, dass P. Richard Henkes und der tschechische Erzbischof Josef Beran zu Brückenbauern der Versöhnung zwischen Tschechen, Deutschen und Polen werden, gehören doch die bedeutenden Wirkungsstätten von P. Richard Henkes heute zu Polen und zu Tschechien.

Mehr Informationen zu Pater Richard Henkes und den laufenden Seligsprechungsprozess finden Sie unter www.pater-richard-henkes.de.

311 Seiten, gebunden

Auflage: 3.

Sprache: Deutsch

Erscheinungsdatum: Juli 2014

Abmessungen: 15 x 21,5 cm

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